Fachkunde ist keine Formsache
Wer einen Datenschutzbeauftragten bestellt, bestellt keine Funktion, sondern eine Person.
Die Verordnung verlangt dafür ausdrücklich Fachwissen und Fähigkeiten, die zur Art der Verarbeitung passen (Art. 37 Abs. 5 und Erwägungsgrund 97 DSGVO) – und sie setzt voraus, dass dieses Fachwissen erhalten bleibt (Art. 38 Abs. 2 DSGVO). Deshalb legen wir offen, worauf unsere Fachkunde beruht.
Jens Paul
Gründer und Geschäftsführer der Nemesis Consulting GmbH
Seit 2008 im Datenschutz tätig und in den Mandaten selbst beratend – vom Einzelunternehmen bis zur Unternehmensgruppe mit mehr als 50 Gesellschaften, in Projekten in 29 Ländern.
Werdegang
Der Weg begann nicht im Recht, sondern in der Technik: 1996 bis 1997 freiwilliger Wehrdienst bei den Fallschirmjägern, ab 1997 Tätigkeit als Fachinformatiker für Systemintegration, von 2001 bis 2008 Geschäftsführer der Paul Datenverarbeitung GmbH mit Schwerpunkt IT‑Sicherheit. Seit 2008 Nemesis Consulting GmbH.
Diese Reihenfolge prägt die Arbeit bis heute. Wer aus der Systemintegration kommt, kennt die Systeme, über die er berät, von innen – und erkennt eine Anforderung, die sich technisch nicht umsetzen lässt, bevor sie in einem Konzept steht.
Qualifikationen
Datenschutz
- Datenschutzbeauftragter
- Datenschutzmanager
- Datenschutzauditor
Informationssicherheit
- ISO 27001 Berater
- ISO 27001 Manager
- ISO 27001 interner Auditor
Künstliche Intelligenz
- AI Privacy Expert – Schnittstelle von Datenschutz und künstlicher Intelligenz
Mitglied in der Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit (GDD) und im Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD).
Prüfen, was andere können
Von 2001 bis 2014 Vorsitzender des Prüfungsausschusses Fachinformatiker für Systemintegration der Industrie- und Handelskammer Pfalz. Dreizehn Jahre, in denen er mit darüber entschieden hat, was in diesem Beruf als Können gilt – Fachkunde, die nicht aus einem Lehrgang stammt, sondern aus der Prüfungspraxis.
Ehrenamt: ausbilden und weitergeben
Durch die Jahre außerhalb der Mandate zieht sich ein Faden – Wissen weitergeben und beurteilen, was jemand kann.
Fallschirmsport: Risikobeurteilung in der Praxis
Aus dem Wehrdienst entstand eine mehrjährige ehrenamtliche Tätigkeit beim Fallschirmsportclub Südpfalz e. V. – als Ausbildungsleiter, als Fallschirmsprunglehrer (DFV) und als Ausbilder künftiger Sprunglehrer. Wer anderen das Springen beibringt, lernt Risikobeurteilung nicht aus einer Norm: Es gibt eine Kontrolle vor dem Absprung, eine Reserve für den Fehlerfall und ein Abbruchkriterium, über das nicht diskutiert wird. Wer Sprunglehrer ausbildet, muss darüber hinaus die Haltung dahinter vermitteln, nicht nur den Handgriff.
Bei der United States Parachute Association (USPA) kamen die D‑Lizenz als höchste Sprunglizenzstufe, die Berechtigung als Fallschirmsprunglehrer und das Amt des Safety & Training Advisor hinzu – der regionale Sicherheits- und Ausbildungsbeauftragte der Sprungzone(n). Dazu gehörte, die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen und der Luftfahrtvorschriften zu überwachen, Betreiber, Lehrer und Springer zu beraten, Qualifikationen zu überprüfen, höhere Lizenzprüfungen (D‑Lizenz) abzunehmen sowie Zwischenfälle zu dokumentieren und zu melden.
Wer die Datenschutz-Grundverordnung kennt, erkennt dieses Amt wieder: unterrichten und beraten, die Einhaltung der Vorgaben überwachen, mit der zuständigen Stelle zusammenarbeiten – und all das ohne Weisungsbefugnis, allein aus der Sachkunde heraus. Art. 39 DSGVO weist dem Datenschutzbeauftragten genau diese Aufgaben zu, die Verantwortung für die Umsetzung bleibt beim Unternehmen – dieselbe Konstruktion, nur mit anderem Gegenstand und mit Fehlern, die sich korrigieren lassen. Diese Denkweise steckt heute in jedem Managementsystem, das wir aufbauen.
Schule, Wirtschaft und Vertrauensketten
Von 2006 bis 2011 Vorsitzender des Bereichs Wirtschaft im Arbeitskreis Schule-Wirtschaft Pirmasens. 2006 und 2007 Education Officer und Mitglied des Management Subcommittee bei CAcert, einer gemeinnützigen Zertifizierungsstelle – Arbeit an Vertrauensketten und Public-Key-Infrastruktur, Jahre bevor Datenschutz zum Thema der Vorstandsetagen wurde.
Seit 2008 im Organisationsteam der Berufsinformationsmesse Pirmasens: Rund 3.000 Schülerinnen und Schüler lernen dort Jahr für Jahr die Ausbildungsangebote von etwa 100 Unternehmen kennen.
Persönliches Wissensmanagement
Außerhalb der Managementsysteme liegt ein eigenes Interessengebiet: wie Menschen das Wissen ordnen, das sie täglich erzeugen – und wie daraus etwas entsteht, das man wiederfindet und benutzen kann. Jens Paul berät dazu Organisationen und begleitet Einzelne im Coaching.
Der Bezug zur übrigen Arbeit ist enger, als es zunächst scheint: Ein Datenschutzmanagementsystem ist nichts anderes als geordnetes Wissen über das eigene Haus.
Spezialisierte Aufgaben im Hintergrund
Nicht jede Aufgabe in einem Mandat ist Beratung. Die Ausarbeitung von Datenschutzerklärungen, die Pflege der Dokumentation und die Verwaltung liegen bei Spezialisten, die genau dies täglich tun.
Das hält die Beratung frei für die Fragen, die Beratung brauchen – und sorgt dafür, dass Routinearbeit nicht in Routinequalität endet.
Kostenfrei und unverbindlich
Sie schildern Ihre Lage, wir sagen, ob und wie wir helfen können.